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COSTA RICA: Solarenergie-Projekt mit UNDP-Hilfe in Provinz Guanacaste gestartet - Landesweites Versorgungsnetz geplant

Von Maricel Sequeira
SAN JOSE, 9. Dezember (IPS) - Ein vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) finanziertes Solarenergie-Projekt in der nordcostaricanischen Provinz Guanaste soll 60 armen Familien Zugang zur Elektrizität verschaffen.

Das am 21. November begonnene Vorhaben ist Teil des Plans der Regierung, bis zum Jahr 2005 eine landesweite Versorgung mit Solarstrom zu erreichen.

Seit 1995 hat die Sonnenenergie bereits in mehrere Ortschaften mit notleidender Bevölkerung, die vorher ihre Abende bei Kerzenschein verbringen mußten, Einzug gehalten. Mit Hilfe von Solarzellen werden dort nicht nur elektrische Herde, sondern auch öffentliche Telefone betrieben.

Experten zufolge könnte mit der gesamten in dem zentralamerikanischen Land verfügbaren Sonnenenergie soviel Elektrizität erzeugt werden wie mit 123 Millionen Barrel Erdöl. Dies entspricht einer Leistung von 10.000 Megawatt. Genutzt wird derzeit allerdings erst ein Prozent dieses Potentials.

Als großes Hindernis sieht der Repräsentant des UNDP in Costa Rica, Hans Kurz, die nach wie vor hohen Kosten für die Installation der Fotovoltaik-Anlagen. Dennoch bleibe Solarenergie gerade in den weit von den größeren Städten entfernten Gemeinden eine praktikable Alternative, betonte er.

Den Familien in den beiden Dörfern La Esperanza und Colas de Gallo in Guanacaste Sonnenenergie zugänglich zu machen, koste 63.000 Dollar, rechnete Kurz vor. Um die gleichen Haushalte über Leitungen an das reguläre Stromnetz des Landes anzuschließen, müßten hingegen 370.000 Dollar investiert werden.

Allan Chin vom Umwelt- und Energieministerium in San Jose geht sogar noch einen Schritt weiter. Wenn in ganz Costa Rica Solarstrom zum Erhitzen von Wasser benutzt würde, könnte dies bereits zehn Prozent des derzeitigen Stromkonsums ausmachen.

Auch Chin sieht aber die Kosten für die Bereitstellung von Solarenergie als größte Hürde. Um einen mit Solarenergie arbeitenden Wasserboiler in einem Wohnhaus zu installieren, wären 600 bis 700 Dollar notwendig. Dies wäre einem Großteil der Costaricaner viel zu teuer.

Als unbestritten positiv hebt allerdings Umweltminister Rene Castro die ökologische Komponente des Solarstroms hervor. Es handele es sich um eine erneuerbare Energiequelle, die die Natur nicht verschmutze und keinen Müll produziere.

Auf diese Weise erhielten immer mehr Menschen auch Zugang zu Informationen, die über Radio und Fernsehen verbreitet würden, erklärte er. Da abends ohne Mehrkosten noch Licht vorhanden sei, hätten die Familien zudem Gelegenheit zu Studium und Weiterbildung.

Um die Kosten im Rahmen zu halten, konzentriert sich das Projekt zunächst auf den Bau voneinander unabhängig arbeitender Fotovoltaik-Anlagen, die jeweils aus einer Solarzelle, einer Batterie und einem Spannungsregulator bestehen. Damit können drei 13-Watt-Energiesparlampen und ein Fernseher betrieben werden.

Jede der Familien in La Esperanza und Colas de Gallo muß monatlich umgerechnet sechs bis sieben Dollar zahlen. Damit sollen die Anlagen gewartet, ihre Leistungsfähigkeit nach und nach erhöht und ihre Reichweite ausgedehnt werden. (Ende/IPS/ck/slg/1997)