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UMWELT: Super-Trawler bedroht Fischbestände - Greenpeace warnt vor größtem Fischfabrikschiff der Welt

Von Danielle Knight
WASHINGTON, 13. Januar (IPS) - Umweltschützer warnen vor einer Bedrohung der Fischbestände im Nordpazifik durch eines der größten Fischfabrikschiffe der Welt, das sich derzeit in den USA zum Auslaufen bereit macht.

Die 'American Monarch', ein über 100 Meter langer Super-Trawler, hat bereits Einfahrverbot in peruanischen und chilenischen Gewässern. Seine Fangkapazität ist mit 500 Tonnen pro Tag so groß, daß ein einziges Schiff dieser Art bereits eine Bedrohung der örtlichen Fischerei darstellt.

`Gegen Schiffe wie die American Monarch haben Fische keine Chance", umschrieb der Greenpeace-Sprecher Niaz Dorry das Problem. Wenn der Trwaler in den Nordpazifik auslaufe, seien nicht nur die russischen oder US-amerikanischen Fischbestände in Gefahr, sondern das Ökosystem des gesamten Meeresgebiets.

Eigner des Riesenfangschiffes ist das Unternehmen 'American Seafoods' in der US-Westküstenstadt Seattle. Die Firma ist eine Tochtergesellschaft der norwegischen 'Resources Group International' (RGI), die weitere 24 Super-Trawler bauen will.

American Seafoods bestreitet, daß das Schiff eine Bedrohung der Bestände im Nordpazifik ist. `Wieder einmal stellt Greenpeace übertriebene und falsche Behauptungen auf", warf der Vorsitzende des Unternehmens, Bernt O. Bodal, der Umweltschutzorganisation vor.

Greenpeace weist jedoch darauf hin, daß bereits jetzt die Bestände zahlreicher Schellfischarten in Nordpazifik, die den Hauptfang der American Monarch darstellen, Anzeichen für eine Erschöpfung zeigen.

Das Kernstück der dortigen Beringsee ist zwar seit 1992 für den Fischfang gesperrt, Experten vermuten jedoch, daß die am Rande dieser Zone gefangenen Fische zu denselben Schwärmen gehören, die sich auch in der Beringsee aufhalten.

Die Fangbeschränkungen in der Beringsee hätten das Problem aber nur verlagert, betont der Greenpeace-Vertreter Dorry. Im Nordpazifik komme es durch Schwärme von US-Trawlern zu einer kurzen und intensiven Fangsaison mit Unmengen von Fischabfall und `gefährlich hohen Fangquoten".

An den Küsten Alaskas zeigen sich nach wissenschaftlichen Untersuchungen vor allem bei Meeressäugetieren und Vögeln die Anzeichen für einen Rückgang der Bestände. Die Populationen von Seelöwen, Robben oder Kormoranen, deren Hauptnahrungsquelle Schellfisch sei, haben in den letzten Jahren stark abgenommen.

Da die American Monarch in Norwegen gebaut wurde, darf sie nach US-Bestimmungen nicht an der Fangsaison in den Küstengewässern vor Alaska teilnehmen. American Seafoods ist deshalb mit der russischen Firma 'Dalmore Prokuct' ein Joint-venture eingegangen, um in der Beringsee fischen zu können.

Dadurch kommt das Unternehmen auch in den Genuß der russischen Fangquote, die das Abfischen von bis zu 40 Prozent des Bestandes erlaubt, während die USA nur 18 Prozent zulassen.

Nach Untersuchungen der Welternährungsorganisation hat die industrielle Fischerei weltweit in atemberaubend kurzer Zeit zu einer Gefährdung zahlreicher Fischarten geführt. Während noch 1950 keine einzige Fischart als gefährdet galt, sind heute 70 Prozent aller Bestände entweder bis an die Grenze ihrer Belastbarkeit ausgebeutet oder schon überfischt.

Greenpeace fordert deshalb eine Halbierung der weltweiten Fangkapazitäten bei Großfangschiffen und ein komplettes Verbot für Fischfabrikschiffe in US-Gewässern. (Ende/IPS/sl/kbg/1998)