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KARIBIK: Schwule Kreuzfahrer suchen Ankerplatz - Cayman-Inseln erteilen Einreiseverbot

Von Rae Cashif
BELIZE-STADT, 14. Januar (IPS) - Die Karibik haben sich etwa 900 Schwule aus den USA für eine Kreuzfahrt ausgesucht. Nicht überall aber sind sie willkommen. Die Cayman-Inseln haben ihnen bereits ein Einreiseverbot erteilt.

'Wir bedauern, unsere Gastfreundschaft in diesem speziellen Fall verweigern zu müssen", war die Antwort der Regierung in George Town. `Reifliche Überlegung und frühere Erfahrung haben uns zu dem Schluß geführt, daß sich auf diese Bevölkerungsgruppe nicht zählen läßt, wenn es darum geht, den Standard guten Benehmens aufrecht zu erhalten, der von den Besuchern der Cayman-Inseln erwartet wird."

Kein Problem, war dagegen die Antwort aus Belize und Jamaika an den kalifornischen Schwulen-Reiseveranstalter, 'Atlantis Events Inc.', der ab dem 30. Januar die norwegische MS Leeward für eine siebentägige Shopping- und Tauchtour durch die Karibik gechartert hat.

`Wer auch immer auf Jamaika Urlaub machen will, ist willkommen, sofern er sich an unsere Gesetze hält", schrieb der jamaikanische Zuständige für Kreuzfahrten, Alan Gotting.

Ähnlich sieht Belizes Tourismusminster Henry Young die Dinge. Sein Ministerium habe Urlauber noch nie um eine Stellungnahme zu ihren sexuellen Vorlieben gebeten und werde dies auch in Zukunft nicht tun, versicherte er.

Ganz offenbar aber hat Young bei seiner Zusage die Kirchen des Landes vergessen. Diese nämlich sind wie auch einige konservative Einwohner der Ansicht, die Ankunft von 900 Homosexuellen sei eine Gefahr für die 'Moral'.

`Diesen Menschen Einreiseerlaubnis zu geben, verstößt gegen Sitte und Anstand", betont Pater Callistus Cayetano von der römisch- katholischen Kirche Belizes, der etwa 58 Prozent der 500.000 Einwohner angehören.

Gleiches fürchtet sein Kollege von den Evangelikalen Kirchen, Norman Wallacy. Für ein Paar Tourismus-Dollar dürfe die moralische Integrität nicht auf Spiel gesetzt werden. Kinder und unbescholtene Erwachsene seien in Gefahr.

Er könne sich noch gut an die Ankunft eines Karibikkreuzers im letzten Jahr erinnern, der ebenfalls einige Homosexuelle an Bord gehabt habe. Wo immer sich diese Urlauber aufgehalten hätten, `sei bei den Einwohnern ein fader Geschmack im Mund zurückgeblieben."

Unabhängig von den diskriminierenden Behauptungen der Geistlichkeit, könnte Young allerdings in Konflikt mit den Einreisebestimungen von 1992 geraten. Denn ihnen zufolge ist Homosexuellen wie auch Prostitierten die Einreise nach Belize ausdrücklich verboten. Jede Person, die gegen diese Bestimmungen verstoße, müsse das Land umgehend verlassen, erklärte Kronanwalt Gian Ghandi.

Bleiben dürfen unerwünschte Personen allenfalls, wenn sie eine Sondergenehmigung des Immigrationsministers haben. Die jedoch ist in der Regel an bestimmte Bedingungen gebunden und erlaubt beispielsweise nur eingeschränkte Bewegungsfreiheit.

Young aber will seine Einladung trotz etwaiger Komplikationen aufrechterhalten. `Wir leben in einer freien und demokratischen Gesellschaft, und solange sich die MS Leeward an unsere Gesetze hält, sind die Kreuzfahrer willkommen." (Ende/IPS/hl/slg/1998)